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   Der FamilienverbandGeschichte der Erckerts

Die Geschichte der Familien

Der erste urkundlich nachweisbare Spitzenahne der Familien Erckert, von Erckert und Erkert.


Bastian Ercker

 

* 1470 (gesch.) im Raum von Eichstätt(?) vermutete Ortsangabe

† vor Juli 1543 im Raum von Creglingen(?)

 

───────────────────────────── Historische Bemerkungen ─────────────────────────────

 

Mögliche Ursache für seine vermutete Zuwanderung: Bei dem im März/April 1525 im Hochstift Eichstätt aufgeflammten Bauernaufstand rotteten sich die Bauern von Ruttmannsberg bei Thalmäßing in Stärke von ca.8000 Mann zusammen und plünderten von dort aus hauptsächlich die Schlößer und Herrensitze in Greding, Bruneck, Plankstetten, Titting, Erckertshoven und andere, bis auf den Hilferuf des Bischofs Gabriel von Eyb von Eichstätt (1496-1535) hin der katholische Pfalzgraf Friedich von Pfalz-Neuburg, ein Bruder des Kurfürsten Ludwig von der Pfalz, mit seinen Reiterscharen und Reisigen, verstärkt durch 200 böhmische Hakenschützen und Jäger im Mai 1525 die Bauern dort vernichtend schlug. Was nicht kämpfend fiel oder floh wurde auf der gewohnlichen Richtstatt geköpft. Die Bauern, auch die von Erckertshoven und Umgebung, die noch fliehen konnten kehrten scheinbar harmlos in ihre Dörfer zurück bis die Fronboten diese zu Gericht holten und ihnen dort eröffnet wurde, daß jeder nach seinem Vermögen taxiert die Kriegskosten des Aufstandes zu tragen habe, wodurch die meisten Haus und Hof verloren und sich viele in der Folge entschloßen das katholische Gebiet des Bistums Eichstätt zu verlassen, wo sie fürder nur Frondienste zu leisten gehabt hätten.

 

Es ist durchaus möglich, daß zu diesen enteigneten und entrechteten Flüchtlingen und Anhängern der Reformation auch Bastian Ercker gehörte welcher floh um sich in Creglingen niederzulassen. Die Reformation bzw. die lutherischen Ideen wurden in ersten Anfängen im Raum Rothenburg o.d.T. und in der Stadt Rothenburg selbst durch den Prediger Dr.Johann Teuschlein bereits 1522 partiell eingeführt. Es folgte dann eine Zeit des Taktierens mit Kaiser Karl V. und den benachbarten Herrscherhäusern. Die endgültige Übernahme der lutherischen Gedanken und der Reformation erfolgte erst 1544.In der Zeit zwischen 1522 und 1544 wurden die sog. Andersgläubigen jedoch kaum verfolgt und in zunehmenden Maße geduldet.

 

Söhne :   

1)            Hans Erckhart, † vor Dezember 1573 in Creglingen, evang.

2)            Sebastian Ercker, * 1520 (gesch.) in Creglingen, † vor 1576 ebd., evang.

3)            Jorig Georg Erckhart, * 1543 (gesch.) in Creglingen(w), † am 7.9.1636 in Marktbreit5, evang.

4)            Johannes Erckart, † am 18.4.1607 in Creglingen, an der Pest,  am 18.4.1607 ebd., evang.

 

───────────────────────────────── Anmerkungen ─────────────────────────────────

 

a)                Erwähnung im Heiratsregister, Bastian Ercker ist im Heiratsregister Creglingen von 1543 pagina 555 erwähnt wie folgt: Sebastian Erker von Creglingen,weyland Bastl  Erckers son,  und Hans Körbleins tochter am Abend Jacobi Apostoli (25Juli)1543 eingesegnet. Wenn man davon ausgeht, daß das Heiratsalter damals etwa 25-26 Jahre betrug so müßte der Bräutigam um 1517 geboren sein und sein Vater Bastl dann etwa im Jahre 1470 geboren sein. Vermutlich ist Bastl Ercker zur Hochzeit seines Sohnes Sebastian noch am Leben gewesen da über seinen Tod im Sterberegister der ev. Gemeinde Creglingen kein Eintrag zu finden ist. Vermutlich ist er in das markgräflich Onolzbachische Fürstentum (nach Creglingen) erst zugewandert als Markgraf Georg der Fromme (1515-1543) im Jahre 1528 die Regierung übernahm. Dieser veranlaßte die Kirchenvisitation, durch welche geeignete Prediger herangezogen wurden. 1533 führte er die brandenburgische Kirchenordnung ein, welche erst geordnete Zustände im evangelischen Gemeindeleben schuf. Wahrscheinlich hat Bastl später Creglingen wieder verlassen.

 

b)               Es drängt sich die Hypothese auf, daß zur Zeit der Reformation und der damit zusammen hängenden Bauernkriege Bastian Ercker das Gebiet des damaligen Hochstiftes Eichstätt um 1525 verließ und sich in das unter dem brandenburgisch onolzbachischen Markgrafen Georg den Frommen (1527-1543) der neuen Lehre Luthers weitgehend erschloßene Gebiet dieser Fürsten nach Creglingen begeben hatte.

 

c)                Die Zeitangabe des Todes von Bastian Ercker resultiert aus dem Heiratseintrag seines Sohnes.

 

d)               Sebastian Ercker muß vor 1576 verstorben sein da in der Heiratseintragung seines Sohnes Matthis in jenem Jahr dieser als "Bastian Erckerts sehligen sohn" bezeichnet wird.

 

e)                Der Geburtsort von Jorig ist nicht sicher, Jorig ist wahrscheinlich Sebastians Bruder und damit Bastians Sohn. Er verzog nach seiner zweiten Heirat nach Markbreit.

 

f)                 Todesursache von Johannes Erckart dürfte die Pest gewesen sein.

 

g)                Johannes Erckart und sein Hausfrau Kunigund sind innerhalb "dreyen Tagen gesund,krank und todt in ein Grab nacheinander ihrem sehnlichen begehren gelegt worden den achtzehntewn aprilis 1607".

 

Quellen:  

Heiratsregister Creglingen S. 555 ebd. 1543 S. 555,  ebd. S. 577,  ebd. S. 583, Sterberegister Marktbreit S. 792, Totenregister Creglingen S. 695, Sterberegister Creglingen S. 695

 

verwendete Abkürzungen:

gesch                       geschätzt

v                             vermutet (positive Annahme)

?                              fragliche Angabe

ebd                          ebendort, das heißt die Ortsangabe wie vorstehend

 


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