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Bericht zum Familientag 2002

Bericht zum Familientag 2002

 

03.10.-06.10.2002

 

im Thüringer Wald / Neuhaus am Rennsteig

 

im Hotel Schieferhof

 

 

 

Der erste Familientag im

Ø     neuen Jahrtausend,

Ø     im Osten Deutschlands

Ø     mit 20% amerikanischer Beteiligung

Ø     ganze drei Tage

Ø     und mit neuem Konzept

 

Würde die Familie all das Neue positiv annehmen, das Wetter mitspielen, das Hotel und die Programmpunkte halten, was sie versprochen hatten? Die Anspannung vorab war riesig bei uns… doch alles ging gut und dafür möchten wir uns sowohl bei den Mitwirkenden, beim Wettergott wie auch bei allen Teilnehmenden herzlich bedanken!

 

Doch hier nun im Einzelnen:

 

Donnerstag, 03.10.2002

 

Im Laufe des Nachmittags trudelten die meisten Familienmitglieder ein und bezogen Ihre Zimmer (Keiner verlor über die vielen Streifen auch nur ein Wort!). Das ausgehändigte Programm und die Teilnehmerliste waren vom Vortag und trotzdem bereits überholt, denn das Wetter zwang uns die geplante Wanderung mit dem Jäger abzusagen. Wahrscheinlich war das der richtige Anfang, um entsprechend zwanglos in den Familientag einsteigen zu können.

 

Den Kindern hatten wir im Kreativzentrum eine Arbeits- und Spielstation eingerichtet, wo sie sofort an die Ihnen gestellten Aufgaben heran gingen:

  1. Christian übernahm den Laptop (nach Einweisung von Frank) und die Oberaufsicht über die Fotoarbeiten. Viele flinke Helfer standen ihm zur Seite um die Aufgabe, alle Teilnehmer im Studio per Web-cam zu fotografieren, bewältigen zu können. Anschließend mußten die Fotos ausgedruckt und ausgeschnitten und dann den passenden Stammbäumen zugefügt werden. Keine leichte Sache, doch offensichtlich hatten die Kinder die Teilnehmer und ihre Zugehörigkeit schneller im Griff als so mancher Erwachsener. Den ursprünglichen Zeitrahmen bis zum Sonntag brauchten sie jedenfalls nicht.  
  2. Manuela zeigte sich schnell für die Videoaufnahmen verantwortlich und auch mit Ihr waren einige jüngere Kinder unterwegs um bei den Interviews und Außenaufnahmen zu helfen. Das gesamte Werk wird zum nächsten Familientag vorgestellt.

Bis zum Abendessen waren die meisten von uns eingetrudelt und die ersten Anekdoten¬kärtchen fanden ihren Platz an der Pinwand im großen Saal. Frau Worm, die Hotelbesitzerin, begrüßte uns mit einem Glas „Medizin“ -wegen der ungewohnten Höhe- und schlagartig ging es uns allen bereits besser. Dies wurde teilweise später in der Bar ausgiebig weiter geprobt, sodaß man schnell den Eindruck gewinnen konnte, der letzte Familientag wäre nicht drei Jahre, sondern drei Monate her.

 

Freitag, 04.10.2002

 

Nur Wenige nahmen wirklich die Frühstückszeit ab 07.00 Uhr wahr, doch bis 10.00 Uhr waren alle parat zum ersten Ausflug. Es regnete noch etwas, als wir in Lauscha die Glashütte betraten. Frau Worm führte uns durch den Seiteneingang in die Produktion, wo uns der Meister empfing und alles Wissenswerte über die Glashütte berichtete. Anschließend nutze auch so mancher Erwachsene (Kinder natürlich ausnahmslos) die Gelegenheit ein eigenes Glas zu blasen und mit nach hause zu nehmen (nur so nebenbei: was habt Ihr damit gemacht?). Als jeder sich seine neue Glücksmurmel für 2003 ausgesucht hatte und zum Bus zurückkehrte, war nun auch die Sonne unerwartet hervorgekommen (und wir hatten das ganze Programm umgeschmissen!). Nach einem Pastabuffet im Hotel traf man sich bald wieder zum kurzen Vortrag von Ascan Erckert über die Problematik und die Rechtssituation der Familienstiftung und zur darauf folgenden Erzählrunde. Hierzu wurden von Oliver Erckert die anonymen Anekdotenkärtchen abgenommen und einzelne gezogen. Zuerst waren die Kinder an der Reihe eine Episode oder ein Gedicht meist über ihre Großeltern zu erzählen. Hier gab es Opas mit Regenwürmern über der Brille oder von Katzen nachts in den Wahn getriebene. Anschließend ging es kreuz und quer durch jung und alt, sodaß wir über zwei Stunden die tollsten Geschichten über Vorfahren aller Generationen genießen konnten. So manche Zwischenrufe wie: „das hast Du mir nie erzählt!“ oder „nein, das war doch ganz anders!“ und viele „Ohs“ und „Ahs“ waren dabei zu vernehmen. Zugegeben dies war ein schwieriger Programmpunkt für unsere amerikanischen Verwandten, die immer erst Lachen konnten, wenn der eingesetzte Simultanübersetzer an ihrer Seite auch fertig mit der Übersetzung war. Am Ende hatten wir dann noch das Glück von Walter von Erckert aus einem Tagebuch seines Vaters über dessen Verlobung von 1894 einen Bericht zu hören.

 

Gegen 19.00 Uhr fuhren wir mit dem Bus zur „Schiefergrubn“, einem Schunkellokal im thüringischen Stil. Zum Leidwesen des volkstümlichen Alleinunterhalters waren wir die einzigen Gäste des Abends und anfänglich nicht gerade willig uns zum Singen und Tanzen animieren zu lassen. Lediglich Johanna (1 ½) hielt die Familienehre hoch und rappte ein wenig für jeden von uns auf der Tanzfläche. Auch die angebotene Schlachtplatte hatten wir uns etwas anders vorgestellt, aber was soll´s. Wir waren gekommen um Spaß zu haben und ausgelassen zu sein und nach anfänglichen Anlaufschwierigkeiten (ein paar Feiglinge wirkten Wunder) klappte das letztlich auch wunderbar. Mitten in der besten Stimmung war es dann, schneller als uns lieb war, Zeit zur Heimkehr an die Hotelbar. Dort war die Meute dann aber kaum mehr zu halten. Die ältere Generation hatte den „Drachenfelsen“ belegt und wachte bis tief in die Nacht über das Geschehen, sodaß die Jüngeren sich kaum ins Bett zu gehen trauten. Es blieb uns nichts anderes übrig, als bis in die frühen Morgenstunden mit unseren Amerikanern „Eins kann mir keiner, eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben“ einzuüben. Und wie aus dem Nichts tauchte dann plötzlich noch Randys lückenlose Erinnerung an seinen eigenen Deutschunterricht auf als er sagte: „Ich habe kein Heft mit!!!“ Und wirklich, er konnte die gesamte Seite aus dem Deutschbuch von damals noch rezitieren. Der Abend endete erneut feucht fröhlich.

 

Samstag, 05.10.2002

 

Ich glaube an diesem Morgen fand sich nun wirklich keiner mehr, der um 07.00 Uhr schon frühstücken wollte. Etwas angeschlagen und mit rauhen Stimmen schleppten sich die Letzten zur Erlebniswanderung um 10.00 Uhr in den Bus. Es war kühl und bewölkt, aber es regnete nicht! Nach kurzer Fahrt erreichten wir das Rennsteig-Outdoor-Center in Steinach. Hier hatten wir einen kleinen Aufstieg zu schaffen, den sogar Knieoperierte und Herzgeschädigte schließlich absolvierten (Bravo!). Von drei Trainern empfangen, war die Überraschung und Freude bei vielen groß, doch in den Genuß des Hochseilgartens, dessen Fotos überall im Hotel zu sehen waren, zu kommen. Zunächst wurde die Familie als Team auf die Probe gestellt und mußte sich an einem langen Seil aufstellen. Jeder sollte einen Knoten fassen und diesen lösen ohne eine Hand vom Seil zu nehmen. Das hieß, bei jedem Knoten mußte die gesamte Truppe irgendwie so durchs Tau steigen, daß alle sich immer noch festhielten. Das dauerte eine ganze Weile, aber schließlich war das Werk vollbracht. Derart geschult ging es in den Wald zum Niederseil¬garten. Auch hier war das Team Familie gefragt. Es waren diverse Stricke zwischen den Bäumen gespannt, auf denen wir balancieren sollten, ohne den Boden zu berühren. Wir hatten eine Weile um uns zu beraten und eine Taktik zu finden und schließlich mußten wir einschätzen, wie lange wir brauchen und wie viele Fehler wir machen würden. Diese Aufgabe war erneut nur zu lösen, wenn jeder jedem half und die Stärken von jung und alt, klein und groß optimal genutzt wurden. Doch auch diese Probe bestand unsere Familie mit Bravour. Die, die sich nicht an der wackeligen Tour beteiligen wollten, gaben Hilfestellung und feuerten uns an. Letztlich schafften wir die Aufgabe natürlich in viel kürzerer Zeit und mit wesentlich weniger Fehlern als geschätzt. Leider konnte dieser Teil des Geländes von den gehbehinderten Teilnehmern, die wir unter dem Zelt in der Mitte untergebracht hatten, nicht eingesehen werden.


Mutige Kletterer

Für sie wurde es allerdings dann um so spannender, als die erste Gruppe sich für den Hochseilgarten ausrüstete. Mit Klettergurt und Helm bewaffnet erklommen wir in neun Meter Höhe eine Plattform und balancierten von hier, wenn auch gesichert, doch nicht minder adrenalintreibend, über Schwebebalken und Hängebrücken, sprangen übers Nichts und hangelten uns durch ein Netz zum nächsten Ausgangspunkt. Hier oben waren nun ausschließlich Zweierteams am Werke, deren Höhepunkt die Partnerübung war, bei der man sich gegenüber stehen mußte und seitwärts über zwei Seile balancierte, welche anfangs viel zu nah und auf den gegenüberliegenden Seite viel zu weit von einander entfernt verliefen. Nur das gegenseitige Abstützen und der sture Blick ins Weiße des Auges des Partners ließen uns diese Anforderung schaffen. Hier gaben so manche Paare auf, doch Nicki und Sasha (eine Kombination aus adeliger und bürgerlicher Linie) waren hart im Nehmen und schafften es schließlich nach soundsovielen Abstürzen. Die Älteren, die sich inzwischen in den ersten Stock der Hütte zu einer Gulaschsuppe und belegten Broten endlich ins Warme zurück gezogen hatten, waren wild am applaudieren.

 

Die nicht ganz so Wagemutigen erfreuten ihren Geist mit Bogenschießen oder machten Kletterübungen an der Kletterwand. Wer dann noch nicht genug hatte, stieg schließlich noch auf den 10 Meter hohen Pfahl und sprang von dort in die Tiefe um von seiner Gruppe (hoffentlich) aufgefangen zu werden. Als wir schließlich um 15.00 Uhr den Bus wieder bestiegen, waren wir alle fix und fertig, satt in jeder Richtung und so mancher hatte seine Grenzen ausgelotet oder überschritten. Wie auf Bestellung setzte jetzt der Regen ein!

 

 

Die Teilnehmerzahl beim anschließenden Treffen zur Diskussion der zukünftigen Internetauftritte, ließ dementsprechend etwas zu wünschen übrig. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß mir das Thema wirklich am Herzen lag, meine Belastbarkeit aber kurzzeitig leicht überschritten war und ich somit darüber nicht berichten kann. Parallel dazu hatten die Kinder die Möglichkeit mit einer ortsansässigen Künstlerin in ihrer Weihnachtswerkstatt eigene Christbaumkugeln zu entwerfen und bemahlen.

 

Um 19.30 quoll die Halle über vor  festlich angezogenen und duftenden Menschen, die alle zur Familie gehörten. An diesem Abend durften sie Kärtchen ziehen, die ihnen die Nummer des Tisches verrieten, an dem sie ihr 4-Gänge Menü einnehmen durften. Dementsprechend war die Mischung überall recht bunt und ungewöhnlich. Ebenso war es die Tischdekoration. Jeder Tisch war mit einem anderen Märchen geschmückt, welches es für die Vorspeise erstmal zu erraten galt und sein Besteck mußte man sich auf dem Tisch, der Speisekarte entsprechend, zusammen suchen. Überhaupt hatte, wer nicht märchenfest war wenig zu lachen an diesem Abend, denn vor jedem Gang waren schwierige Gleichnisse über die Gebrüder Grimm und deren Werke zu enträtseln. Hier war es für die amerikanischen Verwandten und deren Übersetzer teilweise recht schwierig der Sache zu folgen, wobei offensichtlich Märchen, die nicht von Disney verfilmt wurden, nicht zum Allgemeingut unserer amerikanischen Verwandtschaft gehören. Nach diversen komödiantischen Einlagen zum Thema schafften wir es dennoch bis zum Hauptgang, bei dem jeder einen Teller mit Haube serviert bekam, der dann vom Hotelpersonal gleichzeitig auf Kommando angehoben wurde. Für Einige, wie zum Beispiel Margarete Anhegger war die Überraschung recht groß, als ihnen dann ein lebendes Kaninchen oder ein Goldfisch ins Auge blickte. Das Märchenmenü wurde zum brüllenden Erfolg, der sich nur noch mit dem entsprechenden Absacker an der Bar überbieten ließ, bei dem dann sogar das Flipchart zum Karaoketafel umfunktioniert werden mußte. Hier schwanden die letzten Stimmbänder.


Wenn es am Schönsten ist, soll man aufhören

Sonntag, 06.10.2002

 

Es goß immer noch in Strömen, doch uns war das nun egal. Es hieß Abschied nehmen und das fiel uns selbst nach so ausgiebigen drei Tagen nicht leicht. Wir freuen uns alle schon auf das nächste Mal in drei Jahren, wenn es auch bei Frank und Patricia Rowold heißt:

 

Familientag für alt und jung!

 

Bis dahin alles Liebe für Euch

 

Eure Ulli Erckert


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