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   Der FamilienverbandTagebuch eines ErckertsSeiten 13 - 16

 

Erinnerungen aus meinem Leben 

Seite 13 bis 16

 

Der König und die königliche Familie waren schon dort; auch kommen mussten 50 Kameraden, so sich von Danzig aus von uns getrennt hatten baldan. Wir wurden anfänglich, oder vielmehr schon seit unserem Ausmarsch aus Berlin Junker bei den neu errichteten zwei preußischen, später Reserve Batallions, die zur Ergänzung des „von Evloigschen“  preußischen Corps d…. fallen. Am 19ten December 1806 marschierten wir  sämtliche Junker auf`s  königl. Schloß, der König trat in den Saal, hielt eine kurze Anrede in Bezug auf die damalige kritische Lage des Staates und ermunterte uns zur Treue und Ausdauer ´Hierauf wurden diejenigen Junker, welche Unteroffiziere oder Gefreite gewesen, zu Offizieren und zwar nach der damals existierenden Charge des Fähnrichs erhoben

 

40 an der Zahl; die welche blos Cadetten gewesen, blieben Junker 110. Der König ertheilte uns selbst zu dem 19.Batllions (b Ostpr. B.Westpr.3. …. 3.Neumark i.Schles) und mir fiel das Loos als Fähnrich zum 3ten Neumarkischen vertheilt zu werden.; einige Tage darauf tauschte ich aber mit dem Fähnrich v.Kameke zum 3ten Ostpr.Reserve Batallion. Der König schickte jeden der 40 Fähnriche 50 Mark zur Equipage und 30 Mark extra vor die neues Douceus. Wir hatten also nicht Eiligeres zu thun, als uns zu equipieren und zu unseren Westpr. Batallion zu begeben.. Unsere Uniform wich von der alten ganz ab ;nur der blaue Rock blieb, erhielt aber keine Rabatte ,sondern  war zum Überknöpfen mit 2 Reihen Knöpfe wie noch heute; auch trugen wir dreieckige Hüte mit schwarzer Feder, später Tschakos mit breiter silberner Tresse hellgraue Beinkleider mit schmalen Vorschoß und Knöpfen, jedoch mussten noch die weißen Tücher Weste unter der Uniform hervorkommen, dann Säbel und Stulphandschuhe. Nachdem ich und mein Freund von Bünau als Fähnrich equipiert waren, gingen wir am 3.Januar1807 mit 4 Rauzionirler, wovon mir 110 Nocie, ehowski und seine Graf v. Rother ließ, mit einem Bagage Wagen bei sehr stürmischen Schneewetter zum Batallion ab, das in der Nähe Königsbergs stehen sollte, aber schon nach Neuostpreußen abmarschiert war.

 

Marschroute von Königsberg zum Batallion im. Januar 1807

3.Jan.                     n. Arnau

4.Jan.                     n. Pogauen

5.Jan.                     über Tapiau n. Kaltehnen

6.Jan                      n.Insterburg

7.Jan.                     n. Szerawiszken

8.Jan.                     über Darkemenleuten. Dorf

10. Jan.                  n. Gumbinnen

11.Jan.                   über Rydellen, Dorf

12.Januar                über Sodargen, Dorf

13..                        d. Papischken,wo wir endlich nach vielem Mühseligkeiten und nachdem uns ein Pferd gefallen war  das Batallion fanden. Wir kamen in der Nacht an, u. ich zum Bat. hier. Ratfeld in einer lichtgrauen Bauernstube ins Quartier.

 

Das Batallion bestand aus 1/3 Ranzionirken von vielen Regimentern und aus 2/3 Rekruten .Das Offiziers Corps war auch ehemals weniger zusammen gesetzt.

 

Als

Commandeur :Capt.          v. Auer. (R. Jung v. Larisch)

Stabs Capt.                        v. Kleist  (R .Natzmer)

Stabs Capt.                        v. Brunnow / Inf.B. Stattersheim

Pr. Lt.                        v. Czarnetzki ( 3 Bat. Treuenfels)

                                 v. Kastzeder ( R. Natzmer)

                                 v. Kaminski (R. Pirck)

Prem.Lt.                     v.Seydlitz  I (R Alt. Larisch)

Sec.Lt.                       v.Seydlitz II (R. Sennheim)

                                 v. Woyna ( Füs. Behartmayr)

                                 v. Ziethen ( R. Sunheim)

                                 v. Borolke

                                 v. Nauendorf ( R. Zastrow ) + 19.10.42

                                 v. Grohs Adj. (Inf.B. Bülow)

                                 v. Sydow               R.

                                 Walter (R. Natzmer)

                                 v. Matz ( R. Natzmer)

                                 v. Brederlow ( R.Natzmer)

                                 v. Bastian ( R. Mansteis)

Sec.Lt.                       Wittroh früher Referendar

Fähnrich                      Staark, früher Studiosus

                                 Silberbath              dito

                                 v. Erckert               Cadett

                                 v. Bünau               dito

                                 v. Peistel früher Junker i. Drag Btall. … R. Neuenstein.

Junker                      v. Menkarski        )

                                v. Grumbkow       )

                                v. Dombrowski     )

                                v. Soczilowski       )

                                v. Pletkwes / neu eingetreten

Feldwebel                Hoffmann 1. Comp.

                                Schwill     2. Comp-

                                Strobel      3. Comp.

                                Lehmann  4.Comp. ( R. Zenze  Unterstab)

Bat. Q.Mstr. u. Adj.  Graaf ( R.Kanitzow Küraß.)

Bat.Chir.                  Ratfeld

 

Die Gemeinen und Unteroffiziere hatten entweder  noch die Uniformen ihres früheren Regiments oder sie hatten noch die 4. Companie, Uniformen von 4 verschiedens aller Regimenter, sodaß kein Corps die Uniform von des Königs Regiment, seine andere die vom R. Corbiere etc. Unsere Rekruten waren sämtlich Polen aus Neuostpreußen und es fielen häufige Desertionen und Diebstähle vor. Welche nach den damaligen Kriegs Artikeln mit mehrmaligen Spießruthenlaufen bestraft wurde, und leider kam diese Strafe fast wöchentlich vor.

 

Es wurde trotz des Winters Vor- und Nachmittags exerziert; war es zu kalt , dann in der Scheune und Ställen; wenn  alle 3 Glieder feuerten fiel das erste Glied auf das rechte Knie des Pelotons- Feuer, das  sogenannte Stagettenfeuer war noch an der Tagesordnung.. Wenigstens waren unsere Polen ziemlich gelehrig, wiewohl auch der Stock sie verständig machte, denn sie wollten oft weniger als sie konnten.

 

Jedoch kann ich mich für meine Preußen vor jeder Art Misshandlung der Soldaten freisprechen und wenn ich leider manchmal den Auftrag bekam, eine Execution verfügen zu lassen, so fiel sie stets gelinder aus, da sie dann  Exerzierfehler betraf. Besonders streng… manchmal  selbst unbarmherzig ging der die Corps Commandierenden  Prem.Lieut  v. Kaminski mit den Leuten um, der sich oft aus der Hitze hinreißen ließ; er war über dem stinkend geizig..

 

Den 15.Januar 1807 marschierten wir von Papischken nach dem Städtchen Szaky, hier leistete ich vor d. Auditeur Graaf u.. dem  Adjut.Lieut. Grohs den Fahneneid, wo  der Staab und 1.Comp. zu stehen kam und unsere Comp. Nach dem nun durch eine Brücke getrennten Dorfe Struppi. Auf dem Marsch schon dahin. Wo ich auf einen Bauern Ordonanzpferd ritt, fiel ich mehrere Male des tiefen Schnees wegen in die Gräben, aus welchen mich die Soldaten herausholten; in Struppi kam ich zum Bauer Adelsberger, ein Salzburger Abkömmling ins Quartier, mit meinem  Burschen Haux. Täglich mussten  wir zur Wachtparade nach Szaki welches ein elendes Städtchen mit hölzernen Häusern und Schindeln, meist nur islanrische Einwohner hatte. Woyna mit welchem ich später beim 17.Infanterier- Regiment stand kommandierte dort die Comp. Fast alle Abende punschten wir bei ihm und lebten überhaupt nicht schlecht.

 

Bünau lag in Osmaczu; u. erhielt vom König, wie jeder Offizier 9 fr.dòr zum Ankauf eines Reitpferdes und erhandelte meinen kleinen Dunkelfuchs, den sich aber häufig bäumte und mich dadurch öfters absetzte; aus  … bekam  ich noch sogenannte Retablissemento- Gelder zur Anschaffung von Reitzeug, in 30 M.

 

Der Kälte wegen ließen wir uns sämtlich Spencer über die Uniformen machen. Fähnrich Haack stand mit mir bei meiner Comp., ich fing hier das Tabakrauchen an; das mir Anfangs schlecht bekam.

 

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Bearbeitet von Ascan Erckert, Penzberg den 3.4.2006

 

 

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