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   Der FamilienverbandTagebuch eines ErckertsSeiten 16 - 23

2. Fortsetzung aus

 

Erinnerungen aus meinem Leben

Seiten 16 bis 23

 

Statt meines ersten Burschen, nahm ich mir den Musketier Hoffmann.

 

-Wachdienst in Szaki.

-Besuch des Bünau in Osmaczu, Aufzug der Lithauerin zu Pferde

-Ritt nach Gielgudiszken mit den anderen Kameraden zum Amtsrath v. Kousell.

-Mittagstisch bei einem alten Uhrmacher

 

Junker v. Dombrowski erhielt von mir Arrest wegen Vernachlässigung beim Exerzieren und dann sich noch ungehorsam vor der Kompanie bezeigte, erhielten von mir einige Fuchtel; er war überhaupt ein malitiöses Subjekt; beim Exerzieren platzte einem Soldaten der Comp., der zuviel Patronen eingeladen hatte der Lauf, zerbrach ihm den Arm und schoß mir den Hut vom Kopf, wobei ich mehrere Pulverkörner ins Gesicht bekam, die ich erst nach 12 Jahren verloren. Als Tyrann gegen die Soldaten bezeichnete sich der U.O Struven Reg. Treskow. Unser Com. War stets fuchswild, besonders wenn er Einen  Gemeinen hatte; beim Exerzieren des Bat. gebehrdete er sich manchmal bis zum Lächerlichen durch seine Betheuerung mit übereinander geschlagenen Armen und Exilamationen; unter anderem war sein Lieblingsspruch:  auf meine Ehre, ich bin kein ehrlicher Mann nicht – kommandierte er: Halt so folgte immer noch das Wort still! (steht). Dabei war er nicht der Größte und wenn ich auch als Fähnrich in weniger Berührung mit ihm kam, sa fand sich doch meistens Gelegenheit ihm zu zeigen, dass ich mir schon damals nichts gefallen ließ.

 

In Gielgudiszken nämlich fiel es schon meistens ein, seine Verwunderung über mein zeitiges Tabakrauchern in Gegenwart von Freunden auszusprechen, worauf ich erwiderte, dass es eines jeden alleinige Sache wäre, daran Geschmack zu finden oder nicht!

 

Hier in Szaki und Struppi standen wir bis zum 27.März 1807, gaben mehrmals Ergänzungen zum v. L.Estocscher Corps und kamen öfters beim König ein, uns ganz zur Armee zu finden, welches aber stets abgelehnt wurde, und so waren wir dann zum ewigen Rekrutenexerzieren verdammt und hierdurch sehnlichster Wunsch, den Franzosen unter die Augen zu treten vereitelt.

 

Am 27.März 1807 marschierten wir über Neustadt in Polen; wo 2 Comp. Blieben, nach Schirwindt mit dem Staabe, wo auch noch der Brigardier über 4 Reserve Batallions, Maj. v. Pirch zu stehen kam.( nachheriger Gen.Lt. u. Gen.Insp. des milit.Bihl. u. Erz. Mit dem Fähnrich Haak kamen  Kaufmann Wiesemann ins Quartier – daselbst bis zum 17.Juni.

 

Außerdem täglichen Exerzieren lebten wir sehr gesellig mit einander zumal Schirzwindt ein freundliches deutsches Städtchen ist. Es standen in Schirwindt der Staab, Maj .v. Pirch ,Pr.Lt. Czarnetzki, Sec.Lt. Woyna, v. Zeydlitz, v. Ziethem, Fähnr. V. Bünau, Silberbart, Sec.Lt. v. Mahe`. Unser gewöhnlicher Verkehr war beim Postmeister Raddirth, wo viel gespielt wurde, dann besuchten wir auch öftres dortigen Prediger und den Cantor Hasbentlein der viele Pensionairs hielt und dessen Schule recht frequent war. Mittags ´ßem wir junge Offiziers alle in Neustadt, welches Städtchen nur einen Kanonenschuß von Schirwindt entfernt war, wohin wir täglich ritten und dann unsere Pferde laufen ließen. Unser Speisewirth in N. war H. Pfeiffer mehrmaligen Sturz vom Pferde, einstmals in eine Kartoffelgrube; unser Wachter in Schirwindt, von bei die Ratten uns Gesellschaft leisteten , der im Dienst unerfahrene Wittich stand auf unser scherzhaftes Geheiß stets in der 3ten Position von der Wachtparade; niemals hatte ich ihm den Stuhl hinweggezogen und mit einem …ring verglichen; da käme es zum Duell und ich versetzte ihm einen Hieb, womit die Sache abgethan war.

 

v.P wollte sich mit v. Vitzricht schlagen und bekam durch v. N. einige Erinnerungen mit der flachen Klinge. V.C. war fast nicht nüchtern, ritt dann im bloßen Spencer und einer Mütze, damals ganz ungebräuchlich in der Armee, nach Neustadt, versetzte seine Sachen und bekam Arrest im Quartier nebst Schildwacht; bis den in der Szeszuppe. Kreis. Chir. Kellermann fiel vom Steg in die Schirwindt, kleines Flüsschen das beide Städtchen trennt, seiner Tochter machte Hn. Die Cour öfters bei Woyna, die viel Spaß mit Bünau machte. Im April kamen viele frische russische Truppen durch; unter anderem die Chavlier Garde (Kum….) welche auf  Brettern übers schon mürbe Eis der Szeszuppe geführt wurden und viele einbrachen ohne Unglück.

 

Am 18.Mai hat ich mein erstes Commando mit 3 Unteroffizieren und 30 Mann nach Witkowiszken, um 600 neu ausgehobene Rekruten, lauter Polacken, die aus den neupreußischen Wäldern erst durch scharfe Kommandos heraus geholt worden, wo sie sich um nicht zu dienen, wochenlang von Wurzeln ernährt hatten, zu unserer Brigade zu bringen.

 

30.Mai Neisse ergibt sich nach 74 Tagen der Belagerung an die Franzosen.

 

An Witkowiszken einem elenden polnischern ungepflegten Judennest empfing ich diese saubere Schaar von  andere Off. Sperrte sie Nachts in 6 Alarmhäuser ein und ließ sie durch meine Mannschaft mit geladenem Gewehr bewachen. Einige wurden mir schon als Desertions- verdächtig und schuldig übergeben; diese wurden am Morgen des Abmarsches aneinander gebunden und gingen an der Spitze; auf dem Marsche selbst aber versuchten es Einige zu entwischen und krochen unter die Schwelle einer Scheune; es wurde halt gemacht, die Scheune mit Bajonetten durchsucht und alle  hervorgeholt, wobei einer blessiert wurde. Da sie schon geschworen hatten, erhielten sie im Angesicht der Übrigen vorläufig einige Stockhiebe durch die Unteroffiziere. Jedenfalls entwischten mir den folgenden Tag doch ein Rekrut und als  ich diesen bei meiner Rückunft am 22.Mai dem Brigardier Maj. V. Pirk meldete erhielt ich 3 Tage Arrest auf der Hauptwacht, wenngleich den folgenden Tag nach meiner Ankunft der Deserteur eingebracht wurde.

 

Aus Mangel an Gewehren beim Estavschen Corps mussten wir unsere Gewehre abgeben, erhielten dafür Karabiner. Nach der verlorenen Schlacht bei Friedland am 14.Juni 1807 erhielten auch wir den Befehl zum Rückzug über die Memel darum zogen wir d. 17.Juni ab, unter Begegnung von tausenden von Rußen u. kamen ins Dorf Gr. Wersmeninka. D. 18.Juni über Ragnet, wo wir zwischen dieser Stadt u. Tilsit einem Gefecht als Zuschauer Beiwohnten u. kamen Nachmittags in Tilsit an, unter heftigem Regen u. Verfolgern der Franzosen. In Tilsit drängelten sich Preußen und Rußen dergestalt an der über die Memel führenden Schiffsbrücke, dass bei den unruhigen Wasser, da die Brücke kein Geländer hatte u. hin und her schwankte, hunderte ihren Tod in den  Fluthen fanden. An einem regelmäßigen Übergang war nicht mehr zu denken, und so setzte ich mich dann auf eine russische Kanone und kam glücklich hinüber, wo wir uns  wieder sammelten. (16.Juni rückten die Franzosen in Königsberg ein). Bald darauf wurde die Brücke von Kosaken angezündet und dadurch die Cumunication zerstört, da die Franzosen bereits M… der Stadt waren. Unsere Bagage Wagen nebst meinem Pferde fiel den Franzosen in die Hände, da diese bei dem  großen Gedränge an der Brücke nicht mehr hinüber konnten.

 

Die Franzosen konnten zwar  mit Geschütz über den Fluß, jedoch ohne sonderliche Erfolg u.  so zogen wir mit den Rußen unter  Bennigsen ab, durch die große Niederung, wo das Gras höher ist als ich selbst war, unter beständigem Regen bis nach dem Amt Bauhelm, in dessen Bereich wir biwakierten. Großfürst Constantin hatte im Amtshaus selbst sein Hauptquartier und es wimmelte von Rußen; mein Magen ermahnte mich Gefahr – ich erblickte die erleuchteten Fenster des Amts, trat ins Zimmer und finde einen schön gedeckten Tisch, bemerke jedoch niemand als  einige schlafende Offiziers. Dieser günstige Zeitpunkt mich haben zu kommen, durfte nicht vorüber gehen; ich greife also nach einer gebratenen Ente nebst Brot und verfüge ich eiligst aus dem Zimmer. In demselben Moment erhebt sich einer der Offiziere und sehe ich dass es Constantin selbst ist, der mich russisch anredet, dem ich aber spornstrachs aus den Augen machte rundrum meine Collation im Arm hielt.

 

19.Juni n. d. Dorf Winge

über Amt Heidekrug n.d. Dorf

            Satein Szakuhnen an der Memel, wo wir Santonierungsquartier bezogen. Sec.Lt. Ziethen legte eine Schanze auf einer Krämpe der Memel, um das linke Ufer zu beobachten

 

1.Juli                  n. Szlavzen

2.                        über Heidekrug n. Wilkitten

3.                        über Amt Preekuls nach dem Dorfe Einten ¼ Meile von kurischen Haff, wo ich mit dem Fähnrich

 

Haak  und unseren Burschen Hoffmann u. Roesel in dem dortigen Kruge einquartiert wurden.Hier lag auch der Staab bei dem Prediger Hübner; der übrige Theil des Battallions lag in Kandeln, Matzblielen oder Bleimatz, so wohnen der Barteljudjat etc.. An diesen Quartieren warteten wir den Tilsiter Frieden ab, der am 8. u. 9. Juli abgeschlossen wurde und zu  dessen Ende man im Schloß …., auf welchem Kaiser Napoleon, Kaiser Alexander u. König Friedrich Wilhelm auf der Memel bei Tilsit persönlich zusammen kamen. Im Winter  sahen wir unserem ferneren Schiksal entgegen, das uns darum nicht freundlich lachte, als Süd und Neuostpreußen und alles auf dem linken Ufer der Cibe gelegenes preußische Gebiet abgetrenntes wurde mal  …. Musste man 42 000 Mann Truppen unterhalten dürfte. Wir waren einigermaßen guter Dinge, besuchten und gegenseitig, auch war der ehemal. Quartiermeister und Auditeur Battow v.  R.  Mettendorf als  Führer zu uns. Batt. Gekommen, machten Parthies auf dem Fluß,  wo wir meistens beinahe Schiffbruch erlitten, als sich ein heftiges Gewitter auf  demselben erhob. Auch holten uns einige Male , sämtliche Offnors, Zieters im Breiner von der Kirche, die meinem Quartier gegenüber lag; gewöhnlich fastete ich Abends, von unseren Thuren wie unterwandern spät jemand bei Mondschein in die Kirche schlüpften …, ich verfolgte mit Zurechnung unseren Burschen u. nach halbstündigem Abtastens unseren Seydlitz als den vermeintlichen Dieb entdeckten. Dieser war Abends mit mehreren Kameraden beim Prediger gewesen, wo er inm allgemeinen Wetter das Altarbuch holen wollte. In Folge unserer Neugierde hatte sich  versteckt und war dadurch zu lange aus gebliben; dies sagte auch der Prediger mit seinen Gästen herbei u. als sich die ganze Sache aufgeklärt hatte blieben wir noch sämtlich bis Mitternacht beisammen. Für unsere verlorene Equipage erhielt ich 30 M  tablifermente Gelder, wofür ich mir am Walker ein Pferd kaufte, schwarz und weiß (Scheck) und noch 20 M geborgtes. Unsere Dörfer waren nicht lithauisch u. dienten als Kriegsdorf nur alle Samstage der Sammelplatz der Andächtigen Alles kam zu Pferde dahin, selbst  Weiber und Mädchen Marginnes; letztere stets im bloßen Kopf mit zierlich geflochtenen Haar; die Weiber mit  einem weiß leinwandenen Tuch über dem Kopf und die Schultern; die Männer in Sandalen oder Stiefeln. Alle Kleidungsstücke vorfertigten sie sich selbst und gehen durchgängig gleicherlich gekleidet. In keiner Gegend sind sie evangelischer. Nachdem wir nun seit dem 3.Juli hier standen, kam am 7.August der Tag unserer Ablösung, wonach sämtliche Polen  in ihr Vaterland, die Landsleute aber  in ihr Heimathland entlassen wurden. Die Offiziere wurden alle auf halbes Gehalt gesetzt, mit der freien Wahl innerhalb des Landes sich einen Aufenthalt dort zu suchen. Für mich eine schwere Aufgabe, als junger Mensch mit 17 Jahren, dessen Heimath Bayreuth in Baiern abgetreten war, nun mit 16 ½ M zu leben, mit der fernen Aussicht wieder angestellt zu werden.

 

Sämtliche jenseits der Elbe zu Hause gehörenden Offiziers, mit ausnahme der Ansbach-Bayreuther erhielten, so wie die Polen ihre Dimission. Ich , in meiner fernen Provinz des Staats, ohne Mittel und Verwandte, fühlte mich nieder gedrükt, da meine militärische Carriere in ihrem Beginn so schnell gehemmt war. Mehrere Cameraden gingen auf gut Glück geradezu nach Memel, wo damals sich der König , die Königin u. die königliche Familie sich aufhielt und gingen nach erhaltenem Abschied zur See; auch ich wurde hierzu beredet und schon war die Ausführung nahe, als mir Silberbarth u. v. m. a. zuredeten, mit ihm in seine Heimath nach Heidsberg zu gehen und dort bei ihm zu verweilen. Das Letzte nahm ich dann an; Silberbarth , v. Seydlitz und ich kauften uns einen Planwagen, spannten unsere Offizierspferde vor und fuhren den 23.August ohne Diener ab, bis nach Gabehnen; den 24. August nach Tilsit,, wo wir im Gasthof bei Heinrich 1 Tag rasteten; den 26.August bis zum Baumkrug nach den 27.August nach Königsberg über  Labian. Silberbarth u. ich im Könisghof einquartiert beim Jude Pincas Simeon. Wir machten dort unsere Pferde  u. Wagen zu Gelde nachdem deliberierten wir über unser weiteres Beginnen, NB. Unterwegs :ich die Bagage, Seydlitz die Oeconomie, Silberbarth fand seinen Bruder hier, der bei einem Handlungshause in Condition stand; mir schien das von ihm vorgeschlagene Projekt nicht annehmlich, er reiste allein ab und ich blieb noch einige Tage in der Ungewissheit der Wahl meines Aufenthaltes, man wünschte im Stillen  die Änderung  meines nächsten Entschlusses und ging mißmuthig in den Straßen Königsbergs umher, als ich den einige Tage früheren … abgereisten Staak erblickte. Dieser offerierte mir, mit zu seinen Eltern nach Friedland in Ostpreußen zu kommen, doch nur sehr schwer entschloß ich mich hierzu, da es mir ein schrecklicher Gedanke war :jenen  darauf unbestimmte Zeit zur Last zu fallen. Zufällig war sein Vater, der die Char…als Justizrath führte in Königsberg anwesend. Dieser bat mich zu sich in das Canitz`sche Stift bei der Frau Hauptmann von Nrzinowski, deren Sohn beim beim 1ten Ostpr. Inf. Regiment Lieutenant war, wo er logierte; er empfing mich sehr freundlich und wohlwollend und lud mich ein, als Freund seines Sohnes, auf unbestimmte Zeit in seinem Familienkreis einzutreten.. Da ich nun diese Veränderung aus dem Munde eines Mannes vernahm, so verschwand jeder Skrupel und schon am 7.September 1807  fuhr ich mit Vater und Sohn nach meinem neuen Bestimmungsort Friedland, wo am  14.Juni desselben Jahres die letzte Schlacht zwischen Rußen und Franzosen vorgefallen war, ab und kamen Abends gegen 7 Uhr daselbst an. Die Gemahlin des Justizraths, eine geborene Becker nahm mich freundlichst auf und führte mich in ihre zahlreiche Familie mit 4 Söhnen u. 4 Töchtern als neues Mitglied ein. Der Justizrath Haak war den 18. Febr.1759 geboren, dessen Frau  4.April 1760, Franz 26.Juli 1789, Charlotte 23.Juli 1790 vermählt seit 27.Apr.1808 mit dem damaligen Major, jetzt (1830) Generallt … von Schutmann von der preuß. Artillerie, Friederika 6.Nov. 1791; Carl 24.Febr.1793, Ludwig 22.Oktober 1796; Henriette 23 März 1799; Mathilde im März 1800 u. Albert 14.Dec. 1802 u. Franz ist 1830 Major und Adjudant bei der Division im Magdeburg, Carl ist Generallt. Im 1.Drag.Regt, Ludwig u. Albertendlich Prediger in Preußen, ersterer unterwegs in Lyck, letzterer in Pillau. Das Loos der drei jüngeren Töchter ist mir unbekannt. Die älteren sind beide  schon mehrere Jahre todt. Vor der Hand war ich also geborgen; ich bewohnte mit Franz ein Zimmer oben und wurde wie ein Kind des Hauses gehalten, befreundete mich auch alsbald mit den Söhnen u. Töchtern  und dankte es noch dem biederen Paare bis ins Grabe, daß sie sich eines Verlassenen so gütig angenommen. Das  Alles frei hatte, so konnte ich mein halbes Gehalt auf meine Wäsche u. Kleidung verwenden; zu meines 8 M bekanntlich noch monatlich 2 Ser. Vier zu ½ M Brotgeld ,mithilfs ich durchaus keinen Mangel und konnte noch Manches zu andern Bedürfnissen verwenden.

 

(vom 26. – 28. 7br in Königsberg)

 

Die Honoratioren des kleinen, kaum 2000 Einwohner zählenden Städtchens waren: den Superintendent Reber, den Diaconus Ruschinski, den  Bürgermeister Reichel, den Kämmerer Biensfeld, den Accise Redant Lindemann, den Apotheker Bork, den Kaufmann Nicolaus, den pensionierten Major von Berge u. Sterndorf, den preuß. Capt. Monsterberg, d. preuß. Maj Maj. V. Johaikowski, den preuß. Capt. Stentzmann; später den Accise Rendant Sanderberger, die Bürgermeister Born u. Lilienthal, den Partikalire Wiegand, den Capt. v. Viereth. Bei meiner Ankunft stand noch das  Stabs Musketier Batallion von Reg. V. Berher daselbst, das aber bald darauf aufgelöst wurde;von diesem Bat. Verkehrten wir insbesondere mit v. Vielingkoff und v. Ostrowski, beide Lts.. – Letzterer der Vater meines späteren beiden Zöglinge doch diese wurden bald darauf ins  Regt. U. nachher das 3te Ostpr. Genannt versetzt und war nach dem Marsch dem Trunk ergeben. Sec.Lt. v. Morgenstern blieb zurück.

 

Meine Beschäftigung im Laufe des Herbstes 1807 bestand hauptsächlich darin, daß ich fast täglich das Schlachtfeld durchwanderte, um mir ein ganz genaues Bild des selber zu erhalten.

 

Zu dem Ende deucht mich ich nicht allein die Feldmarken des Städtchens, sondern auch die der im Bereich des Wahlplatzes gelegenen Dörfer und diese selbst, als : Dietrichswalde, Heinersdorf; Postetzen u. Sortlark. Jeden Schritt wurde durch ein Überbleibsel dieser denkwürdigen, beinahe 18 Stunden gewährten blutigen Schlacht, bezichnet und obschon 10 Wochen seit der Zeit vergangen, so war doch das Feld  fast noch mit Kanonenkugeln, Granaten, Kartätschen und Gewehrkugeln wie übersäht; ein Beweis, wie hartnäckig gekämpft worden; außerdem fand ich hier und da, Reste von Montierungsstücken und Waßne, unter anderen Ladestöcke, Schlösser, abgeschossene menschliche Glieder in den Wäldern u. gelegentlich noch ein lebendes Wesen aus der Schlacht. Dies war im Walde von Poslehnen ein französiches Kriegspferd mit drei  Beinen; das ein Hinterbein hatte eine Kanonenkugel fort genommen, die Wunde war verheilt und das arme Thier fristete sein Leben durch das noch grünende Gras. Besonders scharf war es an den Leviere des Serklacken Waldes hergegangen, wo jeder Baum bis auf 20 – 30 Schritt  in den Wald hinein, durch unzählige Gewehrkugeln zerfetzt waren.

 

Meine übrige Zeit, besonders im Winter widmete ich der Lektüre Außer dem Hause, in welchem es sehr gesellig und gastfreundlich herging, besuchten wir  die Rewourie beim Kaufmann Fenner in den Winterabenden; für gewöhnlich blieb ich aber  zu Hause; außerdem war ich häufig Abends bei der Apotheke der verwitweten Frau Bürgermeister Bock, bei deren Sohn und beim alten braven  Provisor  Prikel, späterhin war noch eine Demoiselle Pawlick daselbst im Hause: auch mit dem verwitweten Bürgermeister Böhm verkehrten  Haark. Franz führte ich auch bei den Rentorwittern Sah ein, welche zwei erwachsene Töchter hatte, die ältere Charlotte u. die jüngere  Minchen, für welche ich mich einigermaßen interessierte. Major v. Berge u. Apoth  Bock waren manchmal zu. einer  Whistpartie bei uns,  welches Spiel ich damals noch nicht kannte. Wann der Sohn des Kaufmanns Nicolaus (Ferdinand) Student….. nun beim Amtsrath Boltz  in Labian die Landwirthschaft erlernte und zwar besuchten wir ihn öfters, ich korrespondierte häufig mit meinen Eltern, die mich in den letzt verflossenen Krieg für geblieben gedacht; in den Wochentagen ging ich in civil, nur an Sonntagen in Uniform. Öfters wurde das Dorf Altenau die dportige alte Carlos Rauhne besucht.

 

24.Jan.08 ein Donnerstag

 

17 – 19. Febr. In Königsberg

 

 

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