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   Der FamilienverbandTagebuch eines ErckertsSeiten 24 - 28

 

3.Fortsetzung aus

 

Erinnerungen aus meinem Leben

Seiten 24 - 28

 

Im Februar 1808 reiste die Familie nach Bialistok zur Vermählung der ältesten Tochter Charlotte mit dem damaligen Majorzeugmeister Generallieuteant von Scholmann von der russisch. Artillerie; ich blieb zurück. Staacks besaßen einen Beeren/Sträucher Garten  mit Kegelbahn, wo wir im Sommer uns oft vergnügten, besonders gerne spielte der Rendamt Lindemann Kegeln der das Sprichwort an sich hatte  ganz natürlich!  In Friedland wohnten außerdem: Kaufmann, Stoppke, Thran, Ottewski,  … Heinrich Sontheim; auf einige Zeit Gefr.Meinzer u. Oberlt. Kühne  so früher zu meiner Zeit Comp.Chir. im Kadettengewand; Controllaner Besterik, Referendarius Haber arbeitete im Hause des Justizrath St, außerdem der Secretair Schönböck, jetzt Capitin im 17. Inf.R., früher Freiwilliger beim Krakowschen Corps in der Belagerung von Danzig 1807.Einige Zeit hielt sich der nachmalige Sec.lt.Wille  in K auf,der mit Morgenstern ein famoses Duell im ehemaligen Exerzierplatz hatte. Der Justizrath  war Justitiarius  vom Bereich 30 adeligen Gütern; unter anderem in Merteurdorf b. Bar. v.d. Goltz,in Bothkeim bei Gen.Lt. v. Stullerheim, in Sloschenen b. Graf v. Kunheim, in Altdorf b. Maj. V.Wedell, in Puschkaiten b. Capt. v. Walther, in Freideberg b. Hzg. V. Schark; in Jatans bei den v.Brederlaws, in  Molditten bei den v. Karwoski, in Cortmodien b. Landesdir. v.d.Goltz etc. etc .In der Stadt befanden sich noch: Rector  Gaiher, Provisor Grünheyd. Im October 1808 wurden die Beurlaubten des 3. ostpr.Rgts von Ltd v.Nordhausen von demselben im Scheibenschießen geübt; bei einer solchen Gelegenheit, wozu ich eine Vogelflinte des Capt. v.Viereck angenommen, sprang mir der Lauf derselben am 2.October u. verletzte den Zeigefinger an der rechten Hand.

 

v.Nordhausen, jetzt Capt.i. 4. Inf.Rgt. blieb bis zum Winter dort. Im Herbst arrangierte der Justizrath Kränzchen die am 9.8br.1808 aufgerufen und mit dem 12.Febr.1809 beschloßen.

 

9.8br.      b. Apotheker Bork getanzt

16.8br    b. Diaconus Sanschiniki

23.8br.   b. Justizrath Staark getanzt.

30 8br    bei … Rendant Lindemann get.

6. 9br.     b. Stadtkämmerer Bienfeld getanzt

13.9br    b. Apotheker Bork getanzt

20. 9br   b.  Cap.Reber

27.9br    b. Diac. Sanschiniki

4. xbr.     b. Just.R. Staark

11. xbr.  b. Choc.Rend. Lindemann

18.xbr.   b. Bürgermeister Reichel getanzt

26.xbr.   b. Apoth Bork.

 

Wenige Tage vor dem 18 Dezbr. war der verabschiedete Lt. v.Stoldorf, so früher bei der Artillerie gestanden, nach Friedland gekommen, er hatte bei Lt v. Wieseth gewohnt, und diesen veranlasst dass er zu dem am 18.Dec. statt findenden Kränzchen beim Bürgermeister Reichel geladen wurde. Also nach diesem war er allgemein in Königsberg durch, seine Händel bekannt und leider sollte es auch hier  im friedlichen Preußen nicht ohne dieselben abgehen. Er tanzte mit der Tochter des Justizraths Friederike ließ aber die Musici; bald schnell bald langsam spielen, das nicht allein die Mittanzenden Verdruß fanden die Musici selbst confus machte, sodaß sich mehrere und namentlich Fr. Staark ,die den Tanz angeführt hatte zu ihm heran ging und ihm seine Eigenmächtigkeit vorhielt; doch dieser ließ sich nicht abhalten den Musici zu befehlen rascher zu spielen – Staark tanzte nämlich mit Friederike Pawlitz  und wünschte deshalb einen langsamen Takt, als seine Tänzerin etwas lahmte- da nun de Musici nicht wussten woran sie wären u. Stoldorf  nicht nachgab so forderte ihn Staark zum anderen Tag so er annahm; Refrain eines Reber aber sagte zu den Musici: spielen sie so was als was sie nun können, denn und dadurch können sie die Walzer los werden. Dies bemerkte Stoldorf ging zu Reber und äußerte: dass es unbescheiden wäre, den Musici so etwas angesagt zu haben. Reber und Brausekapf, die sich für Friederikes ... eintrug ,sowie Staark. Seine Friederike Pawlitz, war schon früher signiert auf Stoldorf weil dieser zu seiner Tänzerin Friederike St gesagt hatte:Morgen werden Sie mich oder  ihren Bruder als Leich sehn! Er ging also, nachdem er auf Stoldorfs Anmaßung passend geantwortet, in ein Cabinet, wo der Justizrath seine Parthie spielte, stellte ihn, als den Stifter dieser Vergnügungen vor, wie sie durch v. Stoldorf vorsätzlich gestört wurden. Dieser trat auf Stoldorf zu und verwies ihm seine Unbescheidenheit, da er aber dadurch noch arroganter wurde und die ganze Gesellschaft sich höchst beleidigt fühlte so äußerte der Justizrath St. Wenn sie nicht  ruhig werden, so werden sie hinaus geworfen. Kaum waren diese Worte ausgesprochen, ertönte auch der einstimmige Ruf: hinaus!. Und Reber fasste den in Civilkleidern sich befindenden Stoldorf beim Kragen und spedierte ihn die Treppe hinunter.

Nordhausen, Staark, v. Morgenstern und ich  nahmen keinen thätigen Antheil in diesem Sinne; statt und abeer an diesem Morgen sich mit Staark zu schlagen, reiste Stoldorf nach Königsberg  u. machte diesen Vorfall beim Generalfeldmarschall Graf v.Kalkreuth anhängig, der die Sache dem Gouvernementsgericht überwies und als dieselbe instruiert war,eine Untersuchungskommission an Stelle und Ort befahl.

 

29 xbr.           über  Domnan

30                 . über Pr.Eylau n.Königsberg 31. xbr               daselbst Ball     

2.Jan.1809 zurück nach Friedland     

 

Die Militärkommission bestand aus dem Major. v.Stotorg v.d. Cavallerie, u. dem Auditeur Christ. v.Ostpr. Kürassier Regimen;t, die Civil Commission aus dem Regierungsrath Müller u. Referendarius  Wolf.

 

Am 10.Januar 1809 war Verhör über  v. Morgenstern, Staark u. mich. Nordhausen wurde dem Regimentsgericht  überwiesen.

 

11.Januar              Fortsetzung des Verhörs und Zeugenverhör:Capt.v.Viereck, Accise Einnehmer Lindemann, Bürgermeister Reichel, Apotheker Borku.Provisor Priskel.

 

12.Januar              Schlussverhör und Confrontation mit Stoldorf.

 

Es fanden noch 4 Kränzchen statt

 

18.Januar              b. Superintend. Saeber

19.Januar              b .Justizrath Staark  getanzt

29.Januar              b. Acc.Rend. Lindemann

12.Febr.                 b. Apotheker Bork

 

am 15.Januar erhielt das Füsilier Batallion 2tes ostpr. Inf.Regts in Friedland Nachtquartier, wo fast sämtliche Offiziers desselben Abends bei Staarks auf dem Kränzchen waren.

 

Dem Diaconius. oder wie er gewöhnlich genannt wurde Kaplan Kuschinski  …… ich sämtliche Quertafeln an seiner Hausthür, machte mit Schellen behangen die Runde um sein Haus bei dem größten Regenwetter; überhaupt war es ein drolliges Männchen, dem später seine Frau davon ging.

 

20.Febr. 1809 Sragossa ergibt sich  den Franzosen.

6.März zum ersten Male Whist gespielt

2.April Ostern

15.April famoses Duell zwischen Witte u. v. Morgenstern  im Exercierhaus

 

23.April fuhr ich mit  u. v. Morgenstern nach  Bartenstein zum Major v. Kurowski zur Publication unseres Urtheils durch den Batallions Auditeur Hintz in der  Stoldorfschen Sache: Ein Jahr Festungsarrest für uns 4 Officiers. Wis sollten aber nicht eher unseren Arrest antreteten, bevor nicht auch das Civil Erkenntnis publiziert wären.. Wir und jeder andere fanden diese Erkenntnis sehr hart, obgleich uns der Weg der Appelation offen stand, so überlegten wir es doch der Gnade des Königs, wie es sich auch später, erst im J. 1812 ergeben wird eintrat. Indeßen schadete uns das lange Verzögern dieser fatalen Sache und namentlich mir, gar sehr da es hinderte meine Wiederaufstellung, die gemäß beim 3ten ostpr. Inf.Rgt. dessen Commandeur der damalige Major v.Sjokolm  war, erfolgt wäre, da mich fast die Gesammtstimmen der Officiers in dasselbe aufnehmen wollte. Der damalige Gouverneur von Königsberg, Genlt. v. Stutterheim  wies aber zweimal das Gesuch ab weil ich noch in der Stoldorfschen Sache impliciert sey und somit musste ich noch lange Zeit inacte bleiben. Wir kehrten den 24.April nach Friedland zurück und hatten den Gerichtsdiener Heintzelmann zur Bedienung mit.

 

6.Juli Schlacht bei Enzersdorf u. Deutsch Wagram …… u. Franzosen

28. April Schill verlässt Berlin mit Corps.

 

11.Mai Nm mit Staarks, Böhms, Borks, Wiegands u. Reber beim Waldwart Thiel im Hegenwald, am Himmelfahrtstage wo ich mir das Wechselfieber,oder wie es damals genannt wurde das kalte Fieber zuzog, das mich mehere Monate stark mitnahm, worauf ich aber noch um einen halben Kopf wuchs.Ich bekam am 12.Mai das wirklich kalte Fieber und behielt es bis zu 19ten August.

 

28.Mai nach Postehnen gefahrenmit Staarks, Borks Lindemanns, Wiegands, Nicolaus jun., Postmeister Otto, Acpt: v Wedell, Major Berge, OberChir. Kühne, Bürgermstr. Reichel, Kreis Chir.Vonthein u. Refrend Reber.

 

1.Juni reiste Postmeister Otto ab

3.Juni reiste OberChir.Kühne ab, der  der Hauswart bei Staarks gewesen  und fast täglich bei uns war.

26.Juni logierte den Kronprinz nebst dem Oberstlt. V.Gaudi u.den Dr.Delbrück bei Staarks; an besuch des Schlachtfeld und fuhr am 27. weiter. 26.Abends kam die Frau von Marzinowska aus Königsberg

28.Juni mit Staarke Frau v. Marzinowska u. deren Sohn Heinrich, Lt. i.ostpr. Inf. Rgt. über Schippenbeil nach Langheim auf die Nacht

29. über Rösselbach den Kloster Heilige Luise zu Meißen , wo wir viele Bekannte trafen

30. kamen wir nach Hause zurück

2.Juli schlug der Blitz in Klorscheune ein und zündete

3.August des Königs Geburtstag

9.J. Wicherts aus Königsberg hier heftiges Gewitter u. Regen. Neubaur jun reiste nach Labian zurück.

27.August  beim Gutsbesitzer Parlow in Kukehnen mit Kaps, Böhmers, Pfeffers, und Hohenfelde, Staark und Ref. Reber. Friederike Staark fiel in die Atte und rettete sich selbst

28. Ab zum erstenmal wieder bei Rohrs, seit d. 24.April

 

 

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